Der KV Kunsthalle Hannover e.V. widmet sich in diesem Jahr mit mehreren Ausstellungsprojekten dem weiten Feld der künstlerischen Forschung.

» Mut zur Wahrheit, Attraktion von Theorie und Lust am Denken werden zu relevanten Größen in der Produktion und Rezeption von Kunst. War die Kunst bis dahin Gegenstand der philosophischen Kritik und wissenschaftlichen Erforschung, wird sie nun zu deren Subjekt – oder besser: Sie tritt in ein Gefüge von Wissenspraktiken ein, dessen gesamter Charakter sich dadurch transformiert. Kunst erschließt die Ausdrucksdimension von Wissen in jeweils singulärer, verkörperter, affektgeladener oder libidinöser Form. Sie erprobt das Wissen, strapaziert seine Ränder, Bruchstellen und Verwerfungen, findet in ihren Falten ungeahntes Material oder die Abgründe epistemischer Gewalt. Darin besteht der essayistische Kern künstlerischer Forschung. «

Aus Kathrin Busch Bildessay: »Das Gespenst der künstlerischen Forschung«, S. 109, KUNSTFORUM International Bd.277, Oktober 2021

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15. Mai bis 12. Juni 2022

OIL - BLOOD - LIBERTY

Künstler*innen aus verschiedenen Landesteilen der Ukraine zeigen digital basierte Werke im Angesicht des aktuellen Weltgeschehens.

Kuration Nikita Khudiakov, Anna Wolf, Harro Schmidt
Beteiligte Künstler*innen Irina Angles, Dmytro Dokunov, EVM ART, Nikita FREEBOID, Sasha Grebenyuk, Gydravlik, Sergey Melnitchenko, Yura Miron, Oleksii Sai, Maryna Solomennykova, Iren Yakovenko


Abbildung: Gydravlik »*Oil Bomb«

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18. August bis 2. Oktober 2022

LICHTZEIT-LABOR


Unter dem Titel formuliert das Projekt mit 20 internationale bis regionale multimediale Arbeiten an ungewöhnlichen Orten und im öffentlichen Raum Hannovers den Anspruch, Kunst im Sinne eines Forschungsinstruments und –mediums einzusetzen, um sensorische Thesen aus neuen Perspektiven diesseits und jenseits von Wissenschaft und Philosophie zu erstellen und so unzugängliche Bereiche der Wahrnehmung und des Bewusstseins zu aktivieren. Dazu entwickelt der KV Kunsthalle Hannover ein spezielles Kunstvermittlungsprogramm.

Kuration Tomasz Wendland, Harro Schmidt
Beteiligte Künstler*innen Florencia Brück (Italien), Carla Chan (Deutschland/Hongkong), Jakub Cikała (Polen), Hendryk Claussen (Deutschland), Stephen Cornford (UK), Elektro Moon Vision (Polen), Filip Gajewski(Polen), David Rodriguez Gimeno (Spanien), Liu Guangyun (China/Deutschland), Helmut Hennig (Deutschland), Pavel Korbička (Tschechien), Javier Krasuk (Italien), Norman Leto (Polen), Radek Nagay (Polen), Christiane Oppermann (Deutschland), Marjam Oskoui & Harro Schmidt (Deutschland), Benjamin Petersen & Bidisha Das (Deutschland), Ran Slavin (Israel), Tajny Projekt (Poland), Timm Ullrichs (Deutschland), Claudia Wissmann (Deutschland), Ya-Lun Tao (Taiwan), Lukas Zerbst (Deutschland)


Abbildung: Ya-Lun Tao »Der Spion in der Fremde« und Stephen Cornford »RGB«

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20. November 2022 bis 15. Januar 2023

VERWIRKLICHKEITEN


Unter dem Titel VERWIRKLICHKEITEN zeigt der KV Kunsthalle Hannover eine Einzelausstellung des 1980 in Bonn geboren und in den USA lebenden Künstlers Till Nowak. Der Künstler beschäftigt sich inhaltlich mit Zuständen von Manipulation, mit vorstellbaren Möglichkeitsformen, die nur knapp an der Realität vorbei gleiten und mit der Frage danach, wie sich Wirklichkeit formt, auch in Ausnahmezuständen.

Künstler Till Nowak
Kuration Prof. Claus Friede


Titelbild oben: Ausschnitt aus Till Nowaks »Swings«
Abbildung: Till Nowak »Sightings«, Videostill
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